Die Wolke über meinem Kopf

Wenn es dunkel wird und der Kopf im Kopfkissen versinkt, ist dort ein Licht im Raum, das niemand sieht. Ein Gedanke zweifelsohne, fast wie eine Idee, nur nicht ganz so lose, nicht frei und auch nicht leicht. Als stünde eine Wolke über dem Körper, der schlafen will, es nicht kann, und auch nicht wirklich versucht.... weiterlesen →

Bordeauxrot

Beinahe ist es schon unheimlich, unheimlich einnehmend, wie präzise und detailliert und furchtbar aufregend die Gedanken vor meinem inneren Auge tanzen. Sie erheben jeden Blickpunkt zu etwas unmöglich Realem, während in mir der zwingende Reflex aufsteigt, damit etwas anfangen zu müssen. Nur was? Aufschreiben? Ist es damit getan? Wenn ich so sehe, diese dreiphasige Abstufung... weiterlesen →

Als ich heute morgen aus der Bahn stieg…

... strahlte der Himmel kristallblau und die Sonne hing glühend gelbrot knapp über dem Horizont, alles bis auf die Schatten bekleidete sie mit einer hell leuchtenden Decke aus Wärme und Licht. Absolute Windstille, kein in den Bahnhof getragener Laubflocken rührte sich auf dem rostfarbenen Gleis. Grauweiße Tauben tanzten auf den Etagen über mir. Es duftete nach Mädchenparfüm... weiterlesen →

Wenn alles möglich wäre…

…dann würde ich morgen nach Kenia reisen und mit 37 achtjährigen Waisenkindern in der glühendenden, am Horizont abtauchenden rotorangenen Abendsonne unter vereinzelt zuschauenden Elefanten und surreal großen Giraffen mit unendlich langen Hälsen Fußball spielen...

Im Montagsregen

Zertretene Kippen liegen wie Sternbilder auf dem brüchigen Bahnhofsasphalt, hier aufgeplatzt und dunkelgrau bis schwarz im Inneren, dort nass und glänzend im Montagsregen. Wie eine weißgraue Fußmatte klopfen die Wolken ihren über der kalten Nacht aufgestauten Regenstaub auf die Menschen herab, die alle irgendwie anonym und blass erscheinen, ohne Gesicht, ohne Eigenschaften, nur Körper die zur... weiterlesen →

Michael Douglas

Heute sehe ich aus wie Michael Douglas. Orange schimmernde Gesichtsfarbe. Zurückgeworfene Haare. Falten im Augenwinkel. Das Süffisante liegt wie eine Charaktereigenschaft in den Grübchen. Augen aus tiefblauen Kontaktlinsen. Ohh, diese Tiefe. Eine Schwingung in der ausgefransten Oberlippenbartgeraden. Liegt jetzt im Trend, so etwas Hauchartiges, nur mit präzisem Blick Erkennbares. Ja, kaum Bartwuchs ist auch Bartwuchs.... weiterlesen →

Mach die Augen auf, alter

Guck mich an. Guck nicht ihn an, der auch auf sein Smartphone schaut. Guck mich an oder sie an oder den alten Mann an, der gelborangene Sonnenstrahlen in seinem warmen Blick hat, seine Augen, ein feuchter Grünton, guck den Baum an, der für eine Milisekunde an deinem Blickfeld vorbeirauscht, so unscharf aber so strahlend grün... weiterlesen →

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