Die Nacht, in der ich nicht schlafen konnte

Flüchtig warf sich mein Blick in das Spiegelbild, das es auf dem Weg ins Bett, vorbei an der massiven Holztür, der zeitgeschalteten Stehlampe und dem Bücherstapel, zu passieren galt. Wäre es nicht so dunkel gewesen, hätte ich mich ohne weiteres auf das Bett geworfen; zwei Daunenkissen lagen sorgfältig aufgereiht nebeneinander, die schwarze Decke lappte an den Ecken über das schwarze Kunstleder, es lockte mich, das bekannte Gefühl der Wärme, wenn sich die kalte Decke mit dem Körper vereint, spielte mit meiner Müdigkeit, wollte sie holen. Nur ein blasser, gelbweißer Schein drang durch die halbgeschlossenen Rolladen und projizierte einen schmalen Fluss aus Licht auf die weißen, freien Stellen der Matraze. Mein linkes, dem Spiegel zugewandtes Auge trug das gespaltene Leuchten des Mondes, das rechte Auge war schwarz, vollends von der Pupille eingenommen. Meine Füße drückten über den kalten Parkettboden, ich sah sie nicht, die dichte Dunkelheit lag über ihnen und unter meinem Blick. Was war das nur für eine Stimmung, in der ich mich befand! Die Rollenverteilung meiner Sinne stürzten sich auf das Wenige was ich sah und auf das Zwicken im Magen; der Duft des Raumes oder der knarzende Ton meiner Schritte war unwichtig. Im Bett lagen meine Augen offen, starrten in das Schwarz. In dieser Nacht konnte ich nicht schlafen, war es Aufregung?, war es Angst?, war es die Dunkelheit, die sich in das Schlafzimmer geschlichen hatte wie ein nicht greifbarer, aber wahrnehmbarer Geist?

 

8 Kommentare zu „Die Nacht, in der ich nicht schlafen konnte

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